Jewish Defense League

 

Die Jewish Defense League (JDL) ist eine rechtsextreme, jüdische Organisation, deren erklärtes Ziel es ist, Juden in der Diaspora mit allen Mitteln vor Antisemitismus zu beschützen, die von ihr dafür als notwendig betrachtet werden. Sie verurteilt in ihren offiziellen Publikationen jede Form von Terrorismus und Rassismus. Das FBI hingegen bezeichnete die Organisation in seinem Terrorismus-Report 2000/01 als „gewalttätige, extremistische jüdische Organisation“ und brachte die JDL-Führung zumindest mit einem vereitelten Terroranschlag in Verbindung. FBI-Statistiken zeigen, dass es im Zeitraum von 1980 bis 1985, 18 von Juden begangene Terroranschläge in den USA gegeben hat. Davon waren 15 von JDL-Mitgliedern verübt worden.

 

Ursprüngliches Ziel des Gründers Rabbi Meir Kahane war es, chassidische Juden im Brooklyn der 1960er Jahre vor Übergriffen und wachsendem Antisemitismus zu schützen. Seit der Gründung der Organisation, waren Mitglieder der JDL immer wieder in zahlreiche gewalttätige Übergriffe auf afroamerikanische Gangs, Neo-Nazis, Repräsentanten der ehemaligen Sowjetunion und Moslems verwickelt. Eine Reihe von versuchten terroristischen Anschlägen werden der JDL zwar zugerechnet, von dieser aber stets zurückgewiesen.

 

Das Massaker von Hebron wird von der JDL als „vorbeugende Maßnahme“ gerechtfertigt. Laut der JDL hat der Täter, Baruch Goldstein, mit der Ermordung von 29 betenden Arabern, lediglich vorbeugend gehandelt, da sonst angeblich ein Angriff der einheimischen Araber auf die israelischen Siedler in Hebron bevorgestanden hätte. Goldstein war einst Mitglied der JDL. In Hebron finden sich bis heute Graffiti von der JDL, mit denen „Araber in die Gaskammern!“ gefordert wird.

 

Neben der JDL existiert als politischer Arm die israelische Kach-Partei sowie die dazugehörige Organisation Kahane Chai (Kahane lebt), welche von der israelischen Regierung, nach dem Massaker von Hebron, für illegal erklärt wurden.

 

Die JDL wird von der antirassistischen Organisation Southern Poverty Law Center überwacht.

 

 

Gründung

 

Die JDL wurde 1968 von Rabbi Meir Kahane gegründet, vorrangig um Juden in New York zu beschützen und gegen lokalen Antisemitismus zu protestieren.

 

 

Geschichte

 

 

JDL Vorsitzende

 

·       1968–1971 Rabbi Meir Kahane.

 

·      1971–1973 David Fisch, ein religiöser Student der Columbia University, welcher später Artikel für jüdische Zeitungen schrieb und das Buch Jews for Nothing veröffentlichte.

 

 ·   1973–1974 Kein Vorsitzender. Diese Zeit war von Machtkämpfen und Chaos innerhalb der JDL geprägt, bis Rabbi Kahane im August 1974 zurückkehrte und für Ordnung sorgte.

 

·        1974–1976 Russell Kellner, ursprünglich aus Philadelphia, zog für den Posten des Vorsitzenden nach New York.

 

·        1976–1978 Bonnie Pechter.

 

·        September bis Dezember 1978: Victor Vancier, auch bekannt unter seinem hebräischen Namen Chaim Ben Pesach. Trat zurück, als er wegen Bombenanschlägen gegen ägyptische Ziele in den USA ins Gefängnis musste. Die Anschläge sollten den Rückzug der Israelischen Armee aus dem Sinai verhindern. Bereits 1983 wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt.

 

·        1979–1981 Brett Becker, ursprünglich aus Florida, zog für den Posten des Vorsitzenden nach New York.

 

·        1981–1983 Meir Jolowitz, ursprünglich aus Arizona, zog für den Posten des Vorsitzenden nach New York.

 

·        1983–1984 Fern Sidman.

 

·       1984–1987 Victor Vancier. Ab 1985 erklärte sich Irv Rubin selbst zum Vorsitzenden, wurde aber außerhalb von Los Angeles nicht als solcher akzeptiert.

 

·       1990–2002 Irv Rubin: Übernahm bis zu seinem Tod die volle Kontrolle, nachdem Victor Vancier erneut ins Gefängnis musste und Rabbi Kahane 1990 bei einem Anschlag in New York ums Leben kam.

 

·        Derzeit ist Shelly Rubin der Vorsitzende

 

 

Wichtige Ereignisse

 

Im Jahr 1978 musste der damalige JDL-Vorsitzende Victor Vancier ins Gefängnis, als er den Rückzug der israelischen Armee aus dem Sinai durch Bombenanschlägen auf ägyptische Ziele in den USA verhindern wollte. Er wurde 1983 aus dem Gefängnis entlassen und übernahm 1984 erneut den Vorsitz der JDL.

 

Am 31. Dezember 1975 besetzten 15 JDL-Mitglieder das Büro des dauerhaften Beisitzers der Vatikanstadt innerhalb UNO, John Cheli, um für die päpstliche Anerkennung israelischer Zwecke zu protestieren, nachdem sie diesen daraus verdrängt hatten. Nach einer Stunde zogen sie sich jedoch wieder zurück, da Cheli die Polizei eingeschaltet hatte und die JDL mit ihm abgesprochen hatte, dass er Papst Paul VI. einen von ihr verfassten Bericht übergibt. Der Bericht enthielt unter anderem Kritik daran, dass der Papst zuvor die Israelis nach der Anerkennung von Palästinenser-Rechten gefragt hatte.

 

Am 16. März 1978 bot Irv Rubin, angesichts eines Aufmarsches der American Nazi Party in Skokie, jedem, der ein Mitglied er ANP „tötet, verstümmelt oder schwer verletzt“ ein Kopfgeld von 500 $ an. Rubin wurde dafür wegen Aufruf zum Mord beschuldigt, 1981 jedoch freigesprochen.

 

Am 11. Oktober 1985 wurde der arabisch stämmige Antidiskriminierungsaktivist Alex Odeh durch einen Bombenanschlag in Santa Ana, Kalifornien, getötet. Er war Bezirksvorstand des „American-Arab Anti-Discrimination Committee (ADC)“. Irv Rubin sagte dazu, dass er kein Mitgefühl für Odeh habe. Nach Rubins Auffassung habe Odeh „bekommen, was er verdient hat“. Das FBI vermutete die JDL hinter der Tat, konnte aber keine ausreichenden Beweise finden.

 

1987 wurde Victor Vancier wegen sechs Bombenangriffen auf sowjetische Ziele in den USA erneut verhaftet und zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, aber nach fünfeinhalb Jahren auf Bewährung entlassen. Die Anschläge sollten die Sowjetunion dazu bewegen, eine Emigration der sowjetischen Juden zu ermöglichen. Aufgrund eines dadurch erlittenen Image-Schadens begann die JDL sich von Vancier zu distanzieren. Nach seiner Entlassung gründete er daher die Jewish Task Force (JTF).

 

1995 gab es einen Brandanschlag auf den Wohnsitz des Holocaustleugners Ernst Zündel in Toronto, der einen Schaden von 400.000 Dollar verursachte. Eine Gruppe namens "Jewish Armed Resistance Movement" bekannte sich zu diesem Angriff. Laut der kanadischen Zeitung Toronto Sun hatte die Gruppe Kontakte zur JDL und zu Kahane Chai. Meir Weinstein, der Führer der JDL in Toronto, bestritt eine Verwicklung in den Anschlag, wurde jedoch, zusammen mit dem amerikanischen JDL-Führer Irv Rubin, fünf Tage später selbst bei dem Versuch erwischt, bei Zündel einzubrechen und daher von der Polizei festgenommen.

 

Im Jahr 2001 konnten Bombenattentate auf das Büro des arabisch stämmigen Kongress-Mitglieds Darrell Issa und die King Fahd Moschee in Culver City, Kalifornien verhindert werden. Als Tatverdächtige wurden der JDL-Vorsitzende Irv Rubin und Earl Krugel angeklagt. Beide wurden im Rahmen einer verdeckten Operation verhaftet, in der ein FBI-Informant Sprengstoff bei Krugels Zuhause in Los Angeles geliefert hatte. Rubin behauptete unschuldig zu sein. Im November 2002 beging er vor einem Gerichtstermin, laut offizieller Darstellung, Selbstmord, indem er sich die Kehle aufschnitt und aus einem Fenster im zweiten Stockwerk sprang. Einige Tage später, am 13. November, erlag er seinen Verletzungen. Rubins Familie bezweifelt, dass er sich selbst das Leben nahm. Der andere Angeklagte, Earl Krugel, wurde im Jahr 2005 zu 20 Jahren Haft verurteilt und noch im selben Jahr, am 4. November, im Gefängnis ermordet.

 

Im Oktober 2004 teilte sich die JDL in zwei konkurrierende Gruppen auf, welche beide unter dem gleichen Namen agierten.

 

Im April 2005 wurde die ursprüngliche Internet-Domain von ihrem Betreiber Network Solutions aufgrund von angeblichen Rechtsverstößen aufgekündigt; kurze Zeit später ging die neue Domain online.

 

2006 wurde die Gruppe B'nai Elim gegründet, welche von den meisten früheren Anhängern der JDL unter Irv Rubin unterstützt wird.

 

Die in Frankreich ansässige JDL, die Ligue de Défense Juive (LDJ), ist der ursprünglichen JDL unter Rabbi Meir Kahane ähnlich. Ihre selbsterklärte Aufgabe besteht darin, die französische jüdische Gemeinschaft vor den, vor allem in Paris stattfindenden, permanenten Angriffen von antisemitischen Gruppen, wie zum Beispiel Tribu Ka zu schützen. Die LDJ ist ihrer Methode nach eher offensiv als defensiv und wird von einem Teil der französischen Juden unterstützt. In den letzten Jahren erschienen viele positive Artikel in israelischen und britischen Medien, welche die LDJ zum Thema hatten. Allerdings wurde 2010 in Frankreich eine Gruppe junger Juden am Mord von Said Bourarach verdächtigt. Ihnen wurde vorgeworfen, den Moslem Bourarach, aus rassistischer Motivation ermordet zu haben. Mindestens zwei der Verdächtigen hatten scheinbar Kontakte zur Ligue de Défense Juive.

 

Im Januar 2011 veranstalte die kanadische JDL eine Kundgebung zur Unterstützung der islamfeindlichen English Defence League (EDL).

 

Im April 2011 führte die kanadische JDL einen Protest gegen die Gay Pride Toronto durch. Grund dafür war der Umstand, dass auch die Queers Against Israeli Apartheid („Queers gegen die israelische Apartheid“) an der Veranstaltung teilgenommen hatten. Die JDL forderte die anderen homosexuellen Teilnehmer auf, diese Gruppierung zu verurteilen und kündigte an, solang gegen die Veranstaltung zu protestieren, bis dies geschehen sei. Weil dies jedoch nicht erfolgte, kam es während dem Protest zu zahlreichen schwulenfeindlichen Äußerungen der JDL gegen die Pride-Teilnehmer.

 

 

Jüdische Verteidigungsliga

 

Die Jüdische Verteidigungsliga (engl.: „Jewish Defense League", JDL) ist eine jüdische Organisation, deren erklärtes Ziel es ist, Juden in der Diaspora mit allen Mitteln vor Antisemitismus zu schützen, die von ihr dafür als notwendig betrachtet werden. In Deutschland setzt sich die Jüdische Verteidigungsliga als Ziel, Antisemitismus jeglicher Formen, mit allen Mitteln zu bekämpfen. Neben der JDL existieren als politischer Arm die israelische Kach-Partei, sowie die dazugehörige Organisation Kahane Chai (hebr.: „Kahane lebt"), welche von der israelischen Regierung, nach dem Massaker von Hebron 1994, für illegal erklärt wurden. Das ursprüngliche Motto "Nie Wieder!" wurde in Deutschland durch das Motto "Wir sind die Antwort!" teilweise ersetzt.

 

Die Organisation wird vom Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung beobachtet. Das FBI bezeichnete die Organisation im Jahr 2000/01 als „gewalttätige, extremistische jüdische Organisation“

 

 

Gründung

 

Die JDL wurde 1968 von Rabbi Meir Kahane (1932 - 1990) gegründet, vorrangig um Juden in New York zu beschützen und gegen lokalen Antisemitismus zu protestieren. Der deutsche Ableger der JDL wurde im September 2009 von Steven Weigang gegründet und zählt nach eigenen Angaben knapp 1000 Mitglieder.

 

 

JDL Europa

 

Die JDL Europa (engl.: Jewish Defense League Europe, JDL Europe) wurde 2011 von Steven Weigang wiedereröffnet, nachdem der Gründer Ariel Nahal verstorben ist. Die JDL Europa besteht aus einer englischsprachigen Webseite und einem Forum. JDL Europa dient als Dachorganisation für JDL Standorte in ganz Europa.

 

 

Standorte in Deutschland

 

 

Ahlen

 

Der Standort Ahlen (JDL Ahlen) wurde 2010 von Steven Weigang gegründet und hat nach eigenen Angaben 11 Mitglieder. Ahlen gilt als Hauptsitz und Gründungsort der Jüdischen Verteidigungsliga. Auseinandersetzungen gibt es mit der örtlichen Neo-Nazi Gruppierung ANA, Autonome Nationalisten Ahlen, die von der JDL als „Autonome Narren Ahlen" betitelt werden.

 

 

Hamm

 

Der Standort Hamm (JDL Hamm) wurde 2011 gegründet, um die örtliche "Kameradschaft Hamm" zu bekämpfen. Die JDL Hamm agiert defensiv statt offensiv.

 

 

Dortmund

 

Der Standort Dortmund (JDL Dortmund) wurde Anfang September 2011 gegründet. Anlass war die "Nationaler Antikriegstag" Demonstration der Neo-Nazis.

 

 

Leonberg

 

Der Standort Leonberg (JDL Leonberg) wurde Anfang 2012 gegründet und bekämpft die dortigen Antisemiten.

 

 

Aidlingen

 

Der Standort Aidlingen (JDL Aidlingen) wurde ebenfalls Anfang 2012 gegründet und arbeitet eng mit dem Standort Leonberg zusammen.

 

 

Standorte in Österreich

 

 

Wien

 

Der Standort Wien (JDL Wien) wurde im Oktober 2011 gegründet und ist der erste Standort der JDL Österreich.

 

 

Ereignisse

 

 Im Januar 2010 wurde der JDL-Führer Steven Weigang von der Jewish Task Force (JTF) ausgeschlossen. Begründet wurde dies mit seiner Rechtfertigung des JDL-Kurses unter Irv und Shelly Rubin, der Tatsache, dass er eine jüdische Organisation in Deutschland, dem „Land der Täter" gegründet hat und, weil er sich über die exzentrische Lebensführung sowie das Einreiseverbot nach Israel des JTF-Führers Victor Vancier, aka Chaim Ben Pesach, lustig gemacht hatte. Die JTF steht seit ihrer Gründung 1991 in Konkurrenz und Gegnerschaft zur Rubin-geführten JDL und erhebt für sich den Anspruch die einzig legitime kahanistische Organisation zu sein. Steven Weigang und der JDL Deutschland versprach die JTF: „Wir werden die JDL Deutschland verbieten, ihr werdet nicht lange überleben.”

 

Die Jüdische Verteidigungsliga hatte einen Werbebanner auf der Seite von PI-NEWS (Politically Incorrect). Dieser wurde jedoch nach Terrorismusvorwürfen von den Betreibern der Seite PI-NEWS gelöscht. Thema war der Werbebanner in vielen Foren und Blogs. Die Jüdische Verteidigungsliga nimmt auf ihrer Internetpräsenz Abstand zu jeglichen terroristischen Aktivitäten.

 

Im August 2010 gab es Hausdurchsuchungen durch den Staatsschutz und Post von der Polizei gegen die JDL Deutschland, weil die JTF sie denunziert hatte. Vorgeworfen wurden ihr dabei organisiertes Verbrechen, Sachbeschädigung, Mordanschläge auf Polizeibeamte, Drogenhandel, Bau von Sprengstoffen und Bomben, sowie das Hacken der JTF-Webseite. Infolgedessen war die JDL-Seite für ungefähr zwei Wochen gesperrt. Nach einigen Gesprächen der JDL mit der Polizei wurde die Strafanzeige jedoch wieder fallen gelassen, weil die Anschuldigungen der JTF sich als völlig unbegründet erwiesen hatten.

 

Aus diesem Grund hielt die JDL ein Jahr später, am 27. August 2011, zusammen mit Vertretern des Anti JTF Teams, das weltweit erste Anti-JTF-Treffen ab.

 

Auf der "Antikriegstag"-Demonstration am 3. September 2011 trat die Jüdische Verteidigungsliga durch Körperverletzungen und Widerstand gegen die Staatsgewalt in Erscheinung. Einige Mitglieder wurden in Gewahrsam genommen.

 

In Internet-Foren -und Blogs kursiert das Gerücht, dass die amerikanische JDL am Tod des US-Rappers "Tupac" (Tupac Amaru Shakur) verantwortlich oder zumindest beteiligt war.

 

 

JDL-JTF-Konflikt

 

Als JDL-JTF-Konflikt bezeichnet man den Konflikt zwischen der Jewish Defense League (JDL) und der Jewish Task Force (JTF). Bei beiden handelt es sich um kahanistische Organisationen, die jeweils die „wahre" Auslegung des Kahanismus für sich in Anspruch nehmen und daher in Konkurrenz zueinander stehen.

 

 

Vorgeschichte

 

 1987 musste der damalige JDL-Vorsitzende, Victor Vancier, der vor allem unter seinem hebräischen Namen Chaim Ben Pesach bekannt ist, zum zweiten Mal ins Gefängnis, weil er wiederholt an Sprengstoffanschlägen in New York und Washington beteiligt war. Insgesamt handelte es sich dabei um 18 Anschläge. Die Anschläge hatten die JDL zwar bekannt gemacht, ihrem Ruf aber auch gleichzeitig geschadet. So bezeichnet das FBI, mit Verweis auf diese Anschläge, die JDL in seinem Terrorismus-Report 2000/01 als „gewalttätige, extremistische jüdische Organisation“. Während Vanciers Haftzeit setzte sich sein erbittertster Gegner innerhalb der JDL, Irv Rubin, als neuer Vorsitzender durch. Rubin hatte Vancier bereits in den Jahren zuvor als „Verrückten" bezeichnet und sich schon 1985 selbst zum JDL-Vorsitzenden erklärt, wurde dabei aber außerhalb von Los Angeles nicht als solcher akzeptiert. Als neuer Vorsitzender erwirkte er eine Distanzierung der JDL von Vancier, gründete aber auch einen Fonds um ihn während seiner Haftzeit zu unterstützen. In dieser Zeit wurde der JDL-Gründer Rabbi Meir Kahane 1990 bei einem Attentat erschossen. Nach seiner Haftentlassung 1991 gründete Vancier die JTF, weil sich die JDL während seiner Zeit im Gefängnis von ihm entfremdet hatte. Er erhebt gegen Rubin Vorwurf, dass die JDL unter dessen Führung zu gemäßigt geworden sei. Weil Kahane in diesem Jahr bereits tot war, wurde der Rubin-Vancier-Konflikt ohne seine Mitsprache geführt, so dass sich heute beide Organisationen vorwerfen, eine falsche Auslegung von Kahanes Lehren zu betreiben.

 

 

Gegenseitige Vorwürfe

 

Die JTF wirft der JDL vor, vom alten kahanistischen Kampfgeist abgerückt zu sein. Sie würde mittlerweile keine Juden mehr beschützen. Vancier nimmt für sich bis heute in Anspruch, dass die JDL erst durch ihn berühmt geworden sei. Seine Anschläge hatten die JDL einst in die Schlagzeilen gebracht. Sie hatten sich gegen Repräsentanten der Sowjetunion gerichtet. Laut eigener Aussage wollte er damit für die Reisefreiheit der sowjetischen Juden protestieren. Er behauptet, die Anschläge seien von Kahane begrüßt worden. Auch behauptet Vancier, dass diese Anschläge den Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 bewirkt hätten. Sich selbst sieht er daher als Held. Vancier empört sich auch über Rubins Reaktion auf die Verurteilung des israelischen Spions Jonathan Pollard. Pollard war in Amerika 1987 wegen Spionage zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Rubin stufte diese Strafe als noch zu gering ein und forderte daher im amerikanischen Fernsehen, vor einem Publikum von 30 Millionen Zuschauern, die Todesstrafe für ihn. Vancier bezeichnete die Verurteilung Pollards als israelischen Spion hingegen als „Antisemitismus“ und setzt sich bis heute für dessen Freilassung ein. Vancier wirft Rubin in diesem und weiteren Zusammenhängen vor, ein Verräter zu sein. Von dem Fonds, den Rubin für Vancier während dessen Haftzeit gegründet hat, hat Vancier nach eigener Aussage keinen einzigen Cent abbekommen. Irv Rubin und seine Frau Shelley hätten die JDL unter ihrer Führung verändert, um sich bei ihren linksliberalen Freunden in Hollywood einzuschleimen. So würden sie versuchen die JDL salonfähig zu machen. Das JDL-Forum im Internet soll aber, verglichen mit dem JTF-Forum, erfolglos sein.

 

Die JDL führt dagegen an, dass es sich bei Vanciers Anschlägen um Terrorismus handelte, der dem Ruf der JDL extrem geschadet hat und verweisen auf die bis heute gebräuchliche Einstufung der JDL als „Terrororganisation“. Auch argumentieren sie damit, dass Vancier mit seinen Operationen keinen einzigen Juden befreit hat, sondern stattdessen mehrere Juden (Vancier selbst sowie seine Helfer) ins Gefängnis mussten. Einer dieser Komplizen, der damals 24-järige Jay Cohen, hat sogar Selbstmord begangen, nachdem er zu einer 20-jährigen Haftstrafe verurteilt wurde, wofür Vancier sich persönlich verantwortlich fühlte. Den Zusammenbruch der Sowjetunion führen Vanciers Gegner nicht auf dessen Anschläge, sondern auf andere Ursachen zurück. Diese Ansicht wird weltweit von beinahe allen Nichtmitgliedern der JTF geteilt. Dem Vorwurf, die JDL sei unter Rubins Führung zu gemäßigt geworden, kann entgegen gehalten werden, dass Rubin selbst als sehr radikal gilt.

 

 

 

Ereignisse

 

August 2005: Vancier bezeichnet Shelley Rubin als Verräterin und verflucht sie mit Yemach Shmo Vezichro (hebräisch: „Mögen ihr Name und die Erinnerung an sie ausgelöscht werden“), weil sie die Umsiedlung der jüdischen Siedler von Gush Katif im Gaza-Streifen befürwortet hat. Als Begründung führte sie den Umstand an, dass die Umsiedlung von einer demokratisch gewählten Regierung durchgeführt wurde. Dieser Begründung widerspricht Vancier, mit Verweis darauf, dass Adolf Hitler auch einst demokratisch gewählt wurde.

 

Januar 2010: Der JDL-Führer Steven Weigang wird von seiner Mitgliedschaft in der JTF ausgeschlossen. Begründet wird dies mit seiner Rechtfertigung des JDL-Kurses unter Irv und Shelly Rubin, der Tatsache, dass er eine jüdische Organisation in Deutschland, dem „Land der Täter" gegründet hat und, weil er sich über Vanciers exzentrische Lebensführung, sowie sein Einreiseverbot nach Israel lustig gemacht hatte. Steven Weigang und der JDL Deutschland verspricht die JTF daraufhin: „Wir werden die JDL Deutschland verbieten, ihr werdet nicht lange überleben.”

 

Mai 2010: Das JTF-Forum ist für kurze Zeit geschlossen. Vancier gibt Weigang die Schuld dafür.

 

August 2010: Es kommt zu Hausdurchsuchungen durch den Staatsschutz und Post von der Polizei gegen die JDL Deutschland, weil die JTF sie denunziert hat. Vorgeworfen werden ihr dabei organisiertes Verbrechen, Sachbeschädigung, Mordanschläge auf Polizeibeamte, Drogenhandel, Bau von Sprengstoffen und Bomben, sowie das Hacken der JTF-Webseite. Infolgedessen wird die JDL-Seite für ungefähr zwei Wochen gesperrt. Nach einigen Gesprächen der JDL mit der Polizei wird die Strafanzeige jedoch wieder fallen gelassen, weil die Anschuldigungen der JTF sich als völlig unbegründet erwiesen hatten.

 

August 2011: Weltweit erstes Anti-JTF-Treffen der JDL, zusammen mit Vertretern des Anti JTF Teams, in Ahlen.

 

 

Sonstiges

 

Der JDL-JTF-Konflikt wird von Außenstehenden manchmal scherzhaft mit dem Konflikt der Volksfront von Judäa und der Judäischen Volksfront aus Monthy Pythons Film Das Leben des Brian verglichen.

 

 

Meir Kahane

 

Meir Kahane (hebräisch מאיר כהנא; * 1. August 1932 in Brooklyn als Martin David Kahane; † 5. November 1990 in Manhattan) war ein orthodoxer Rabbiner, israelischer Politiker und Gründer der Jewish Defense League, sowie der Kach-Bewegung. Dabei vertrat er eine eigene Richtung des radikalen Zionismus, die als Kahanismus bezeichnet wird. Sein erklärtes Ziel war die Errichtung Großisraels. In den Augen demokratischer Israelis war er der Vorkämpfer eines jüdischen Rassismus.

 

 

Früher Werdegang

 

 Schon der Vater von Meir Kahane, Charles Kahane, war Rabbiner und ein radikaler Zionist gewesen. Er galt als amerikanischer Unterstützer der Irgun, einer Untergrundorganisation, die im Palästina vor der israelischen Staatsgründung Terroranschläge gegen die britische Besatzung, sowie gegen die arabische Zivilbevölkerung verübte. Den Sohn schickte der Vater in die von Wladimir Zeev Jabotinsky gegründete Betar-Jugend. Sein dortiger Jugendführer war der spätere israelische Verteidigungsminister Mosche Arens. Da die Betar-Jugend dem jungen Kahane jedoch noch nicht extrem genug war, trat er 1952 der Bne Akiwa bei. Laut seiner Frau Libby soll Kahane in seiner Jugendzeit ein guter Schüler und Sportler gewesen sein. Ein großes Hobby von ihm war Baseball. Laut Kahanes Angaben gab es in seiner Nachbarschaft nur wenige Juden und er musste oft mit nichtjüdischen Jungs kämpfen. Dadurch habe er sich mit diesen angefreundet und fing an, mit ihnen gemeinsam Bier zu trinken.

 

Als Erwachsener ließ er sich zum Rabbiner ordinieren und nahm den Vornamen Meir (hebr. „Der Erleuchtete“) an. 1956 heiratete er Libby, mit der er vier Kinder hatte. 1958 wurde er der Rabbiner des Howard Beach Jewish Centers in Queens, New York City. Die Gemeinde galt als weniger strikt orthodox. Kahane gelang es viele der jungen Gemeinde-Mitglieder davon zu überzeugen, eine orthodoxere Lebensweise zu führen. Als er die Mechiza einführen wollte, die Trennung von Männern und Frauen in der Synagoge, stieß er jedoch auf Widerstand. Sein Vertrag wurde nicht erneuert und so veröffentlichte er den Artikel „End of The Miracle of Howard Beach“ in der Jewish Press. Dies war sein erster Artikel in dieser Zeitung und Kahane schrieb für sie bis zu seinem Tod 1990.

 

Von Ende der 50er bis Anfang der 60er Jahre war Kahane als FBI-Informant tätig. Als dieser unterwanderte er zeitweise die John Birch Society. Kahane operierte zu dieser Zeit unter dem Decknamen Michael King und gab sich als Christ aus.

 

 

Jewish Defense League

 

In den USA gründete Kahane 1968 die Jewish Defense League. Die JDL war eine paramilitärische Organisation, die sich primär gegen schwarzamerikanische Gangs richtete, die laut Kahanes damaliger Begründung die Juden bedrängten und antisemitisch seien. Angriffsziel der JDL waren auch Repräsentanten der Sowjetunion, um für die Auswanderungsfreiheit der russischen Juden zu protestieren. 1971 ging Kahane nach Israel.

 

 

Kach und Kahane Chai

 

 In Israel gründete Kahane 1971 die Kach-Partei. Zu den politischen Inhalten gehörten unter anderem die Forderung nach Errichtung von Großisrael und eine 5-jährige Gefängnisstrafe für Juden und Palästinenser, falls diese in einem Liebesverhältnis zueinander stehen. 1980 wurde Kahane zu sechs Monaten Haft in Israel verurteilt, weil er in einen Plan verwickelt war, der einen provokativen Sabotageakt auf dem Tempelberg in Ostjerusalem beinhaltete.

 

1984 erreichte seine Partei Kach einen Sitz im israelischen Parlament (Knesset). Beliebt war Kach vor allem unter jungen israelischen Wählern. Kahane veranstaltete damals eine in Israel aufsehenerregende Siegesfeier in Jerusalem, bei der ein arabischer Markt und Passanten überfallen wurden. Kahane wurde Mitglied der Knesset und erklärte, keine Regierung zu unterstützen, welche nicht befürworte, die Araber zu vertreiben. 1988 wurde seine Wahlliste wegen Verstößen gegen das neu erlassene Wahlgesetz ("Aufstacheln zum Rassismus") nicht mehr zugelassen.

 

 

Ansichten über den Islam

 

Kahanes Anhänger sind heute, aufgrund des Nahostkonflikts, häufig islamfeindlich eingestellt. Kahane selbst behauptete allerdings, dass der Islam und Ayatollah Chomeini der jüdischen Religion in bestimmten Hinsichten viel ähnlicher sind, als Philosophen oder Politiker der Aufklärung, wie Jean-Jacques Rousseau, John Locke oder Thomas Jefferson.

 

 

Tod

 

Meir Kahane kam 1990 bei einem Attentat in Manhattan ums Leben. Der Hauptverdächtige, El Sayyid Nosair, wurde nach einem Schusswechsel mit der Polizei festgenommen, später aber vom Vorwurf des Mordes freigesprochen. Nosair war auch in den Bombenanschlag auf das World Trade Center 1993 involviert.

 

Meir Kahanes Sohn Binyamin Zeev Kahane wurde 2000 ebenfalls bei einem Attentat ermordet.

 

 

Zitate

 

„In erster Linie sind es nicht Anstand und Güte, die den Nahen Osten beeindrucken, sondern Stärke.“

 „Every Jew a Twenty-Two“

„Es ist besser ein Israel zu haben, das von der ganzen Welt gehasst wird, als ein Auschwitz, das von ihr geliebt wird.“

 „Eines der Probleme der Juden ist, dass sie ein jüdisches Konzept nicht kennen würden, wenn sie nicht darüber stolperten. Ich berief mich wirklich auf den Talmud. Die meisten Juden denken, dass Judentum 'Thomas Jefferson' ist. Das ist nicht so!“

 

 

Kach und Kahane Chai

 

 Kach (hebräisch: „[Nur] so!“) und Kahane Chai („Kahane lebt“) sind zwei extremistische jüdische Organisationen und ehemalige Parteien in Israel. Sie wurden durch die israelischen Behörden wegen ihrer Unterstützung von Anschlägen gegen die arabische Minderheit und die israelische Regierung für illegal erklärt, existieren jedoch als Untergrundorganisationen weiter. Die EU sowie die USA führen beide Organisationen auf ihrer Liste der Terrororganisationen. Nach Angaben der US-amerikanischen Regierung zählen zu ihren Aktivitäten:

  • die Organisation von Protesten gegen die israelische Regierung;
  • die Belästigung und Bedrohung von Palästinensern in Hebron und im Westjordanland und
  • die Bedrohung von israelischen Regierungsbeamten.

Beide Organisationen schworen zudem Rache für den Tod von Binyamin Zeev Kahane und seiner Frau.

 

Die Aktivitäten von Kach und von Kahane Chai gehen über reine Bedrohung und die Durchführung von Protesten jedoch hinaus. Baruch Goldstein, der 1994 beim Massaker von Hebron 29 Palästinenser während des Gebets in der Moschee über Abrahams Grabhöhle tötete, stammt ebenfalls aus dem Einflussbereich der beiden Organisationen.

 

 

Vorgeschichte

 

Die Kach-Partei wurde 1971 von Rabbi Meir Kahane in Israel gegründet, der schon zuvor in den USA die Jewish Defense League gegründet hatte. Vor seiner Einwanderung nach Israel erklärte Kahane noch, dass er nicht plane, dort politisch aktiv zu werden. Der Name der Partei leitet sich von „Rak Kach“ („Nur so“), dem einstigen Motto der Irgun, ab. Bis Anfang der 80er Jahre blieb Kach allerdings weitgehend erfolglos.

 

 

Wahlerfolg

 

Eine größere Bekanntheit erlangte Kahane 1982, im Zuge des Friedensprozesses zwischen Israel und Ägypten, durch einen Trick. Damals wurde vereinbart, dass Israel die seit dem Sechstagekrieg besetzte Sinai-Halbinsel an Ägypten zurückgibt. Um Widerstand dagegen zu leisten hatten sich Anhänger Kahanes in Yamit, einer während der Besatzungszeit gegründeten jüdischen Siedlung, in einem Bunker verschanzt und gedroht, kollektiven Selbstmord im Stil von Massada zu begehen, sollte Yamit Ägypten wieder in die Hände fallen. Weil sich Kahanes Anhänger von den israelischen Oberrabbinern nicht überreden ließen, ließ die israelische Regierung Kahane aus den Vereinigten Staaten einfliegen und mit einem Militärhubschrauber nach Yamit fliegen, wo er dann seine Anhänger davon überzeugte, von ihrem Vorhaben abzulassen. Dieses aufwendige Ereignis wurde damals groß im israelischen Fernsehen übertragen und steigerte Kahanes Popularität. Nach den Wahlen 1984 zog er mit einem Einzelsitz in die Knesset ein.

 

Kahane veranstaltete damals eine in Israel aufsehenerregende Siegesfeier in Jerusalem, bei der ein arabischer Markt und Passanten überfallen wurden.

 

In den darauf folgenden Jahren wurden Kahanes Reden von den anderen Abgeordneten boykottiert, sodass die Knesset bei seinen Reden für gewöhnlich, abgesehen vom Aufsichtsratspräsidenten und dem Protokollanten, leer stand. Kahane bezeichnete seine Gegner als Hellenisten, in Anlehnung an die Juden, die sich zur Zeit der Besatzung Judäas durch Alexander den Großen in die griechische Kultur assimiliert hatten. Trotz dieser Isolation wuchs Kahanes Beliebtheit. Vor den Wahlen 1988 erließ die israelische Regierung ein Gesetz, dass es ihr ermöglicht, Parteien die Teilnahme an den Wahlen zu verbieten, wenn diese von der Regierung als "rassistisch“ eingestuft werden. Nachdem Kach die Teilnahme an den Wahlen verboten worden war, rief Kahane das Oberste Gericht Israels an, was jedoch erfolglos blieb, sodass er nach den Wahlen aus der Knesset ausschied.

 

 

Ideologie

 

Kach verfolgte einen aggressiven, zionistischen Nationalismus auf der einen und einem jüdisch-religiösen Fundamentalismus auf der anderen Seite. Kahane hatte mehrmals bestätigt, das weltliche System Israels beseitigen zu wollen und durch einen jüdischen Gottesstaat zu ersetzen, in dem die Einwohner nach den Gesetzen der Halacha leben sollen. Er bekräftigte dabei, dass Judentum und Demokratie nicht das dasselbe sind, und, dass eine „Jüdische Demokratie“ mit nichtjüdischen Wahlberechtigten sich selbst widerspreche, da sie den Nichtjuden eines Tages die Möglichkeit geben könnte, Israel als Judenstaat abzuwählen. Kahane berief sich dabei auf die Auserwähltheit des Volkes Israel. Bekannt war Kach vor allem auch für die Forderung nach der Vertreibung der Palästinenser aus Israel und den besetzten Gebieten, sowie der eines Verbots des Geschlechtsverkehrs zwischen Juden und Nichtjuden. Die Kach-Mitglieder traten in der Öffentlichkeit oft uniformiert – mit gelben Hemden und Parteisymbolen – auf, sodass man sie in den Medien gern als „Gelbhemden“ (in Anlehnung an Mussolinis Schwarz- und Hitlers Braunhemden) titulierte. Auch wurde auf der Straße der Spottname „Kahanazis“ gebräuchlich. Das Parteisymbol, Davidstern mit Faust, wurde schon zuvor von der Jewish Defense League verwendet und ist laut Angaben der Organisation ein Symbol, das man nach der Befreiung der Konzentrationslager 1945 dort an einer Wand vorfand. Auf der Wand waren ein Davidstern mit einer Faust und zusätzlich die Worte "Yiddalach! Nekama!" (jiddisch: "Juden! (Nehmt) Rache!") gemalt worden. Ein Jude, der kurz danach beim Holocaust ermordet wurde, soll sie dorthin gemalt haben. Beliebt war Kahane vor allem im ärmeren Teil der jüdischen Bevölkerung, den Sephardim, den Siedlern in den besetzten Gebieten und unter jungen israelischen Wählern. Umfragen zeigten, dass Kach bei den Wahlen 1988 wohl 10 % erreicht hätte und damit auf dem Weg zur drittstärksten Partei in Israel gewesen wäre. Nach seinem Ausscheiden aus der Knesset wurden Kahane und seine Partei politisch zunehmend bedeutungslos.

 

 

Nachwirkung

 

Am 5. November 1990 kam Kahane während einer Veranstaltung in Manhattan durch ein Attentat ums Leben. Der Hauptverdächtige, El Sayyid Nosair, wurde nach einem Schusswechsel mit der Polizei festgenommen, später jedoch vom Vorwurf des Mordes freigesprochen. Nosair war auch in den Bombenanschlag auf das World Trade Center 1993 involviert. Nach Kahanes Tod spaltete sich die Partei in die sich ähnelnden Organisationen Kach und Kahane Chai. Kach wurde von Baruch Marzel weitergeführt, während Kahane Chai von Kahanes Sohn, Binyamin Zeev Kahane, weitergeführt wurde, bis dieser 2000 mit seiner Frau bei einem Attentat durch militante Palästinenser getötet wurde.

 

Beide Gruppen gelten seit 1994 durch die damals erlassenen Antiterrorismusgesetze in der Folge des Massakers durch Baruch Goldstein am Grab der Patriarchen als illegal. Ihnen gehören heute mehrere hundert Mitglieder an, einschließlich eines Kreises von Unterstützern in den USA und Europa.

 

Am 4. August 2005 erschoss der 19-jährige Eden Natan-Zada, Mitglied der Kach-Bewegung, in einem Bus in Schefar'am vier Araber und verletzte 22 weitere. Daraufhin wurde er von der aufgebrachten Menge gelyncht.

 

Laut einer Veröffentlichung des israelischen Armeeradios wird eine Nachfolgeorganisation der Kach vom Israeli Mike Guzovsky angeführt.

 

Kahanismus

 

Der Kahanismus ist eine Betrachtungsweise von Tora und Talmud basierend auf den Lehren des Rabbiners Meir Kahane. Der Kahanismus bemüht sich um das Einhalten aller Gebote und Regelungen des biblischen Gesetzes, insbesondere solcher auf nationaler Ebene, also wie zum Beispiel ein jüdischer Staat geführt werden sollte. Die Problematik der Stellung von Nichtjuden in solch einem Staat spielt eine besondere Rolle. Politischer Arm dieser Bewegung ist die israelische Kach-Partei, die als rechtsextrem und rassistisch gilt und verboten wurde.

 

Zentrales politisches Ziel des Kahanismus ist die Vertreibung der Palästinenser aus den israelisch besetzten Gebieten und die Vertreibung der arabischen israelischen Staatsbürger aus Israel.

 

 

Kernideologie

 

Kahanes Weltanschauung war ursprünglich vom revisionistischen Zionismus Wladimir Zeev Jabotinskys geprägt, der oft zu Gast in Kahanes Elternhaus gewesen war. Kahane war in seiner Jugendzeit auch Mitglied der von Jabotinsky gegründeten Betar-Jugend gewesen. Die Schriften von Israel Eldad übten ebenfalls Einfluss auf Kahane aus. Einen zentralen Aspekt der kahanistischen Ideologie stellt die Auserwähltheit des jüdischen Volkes dar. Die Juden sind nach Kahane bis heute das einzige von Gott auserwählte Volk geblieben und haben als dieses ein ewiges und heiliges Recht auf das gelobte Land. Auch war eines seiner erklärten Ziele, die internationalistische Orientierung vieler junger Israelis durch einen „gesunden Nationalismus“ zu ersetzen.

 

In den Augen liberaler Israelis war Kahane der Vorkämpfer eines jüdischen Rassismus. Tatsächlich wurde seine Kach-Partei auch von der israelischen Regierung als rassistisch eingestuft und ihr daher die Teilnahme an den Wahlen 1988 untersagt. Kahane wandte sich dagegen und lehnte laut eigener Aussage eine rassische Definition des jüdischen Nationalismus ab, da Nationalismus und Religion des jüdischen Volkes eine Einheit bilden würden, während rassisch motivierter Nationalismus meistens laizistisch ist. Dies mache den jüdischen Nationalismus unter den Nationalismen der anderen Völker, durch die Einheit von jüdischer Ethnie und Religionszugehörigkeit, einzigartig. Kahane rief das Oberste Gericht Israels an, dies blieb jedoch erfolglos.

 

Werte und Weltanschauungen, die nicht auf der Tora basieren, haben nach Kahane keine Gültigkeit für Juden, da sie gottlosen Ursprungs sind. Laut Kahane können die Juden, der Welt, die Auschwitz geschaffen hat, nicht noch einmal trauen und müssen stattdessen dafür sorgen, dass sich Auschwitz nie wieder ereignet.

 

 

Großisrael

 

Kahane forderte die Errichtung von Großisrael, was unter anderem die Annektierung aller besetzten Gebiete bedeutet. Er war außerdem der Auffassung, dass Juden lieber sterben sollten, statt auch nur ein Stück Land wieder zurück zugeben.

 

 

Ansicht über den Messias

 

Kahane war der Ansicht, dass der jüdische Messias schon längst gekommen wäre, wenn die Juden alle Gebote der Tora befolgen würden. Das weltliche System Israels, sowie die „Fremdbesatzung“ des Tempelbergs, würden dessen Ankunft daher nur verzögern.

 

 

Verhältnis zur Demokratie

 

Die Demokratie wurde von Kahane, aufgrund ihres griechischen Ursprungs, grundsätzlich für etwas Nichtjüdisches und damit Fremdartiges gehalten. Danach sei sie an sich ungültig. Unter der Voraussetzung jedoch, dass eine demokratisch gewählte Regierung ihre Entscheidungen anhand der orthodoxen Auslegung der Tora orientiert, sei sie allerdings akzeptabel. Die israelische Demokratie wurde von Kahane jedoch als widersprüchlich bezeichnet, da Nichtjuden in ihr ebenfalls wahlberechtigt sind und somit eines Tages, im Falle eines demografischen Wandels, die Möglichkeit erhalten könnten, Israel als Judenstaat abzuwählen.

 

 

Verhältnis zu Nichtjuden

 

Nach der Halacha dürfen Nichtjuden nur als Fremdlinge im Land Israel wohnen, unter der Voraussetzung, dass sie die sieben Noahidischen Gebote befolgen. Volle Gleichberechtigung erhalten sie bei diesem Status jedoch nicht. Kahane berief sich darauf und forderte zusätzlich, dass Fremdlinge den Staat Israel anerkennen müssen, besondere Steuern zu zahlen haben, keine Beamten werden dürfen und ihnen das Wahlrecht verwehrt bleibt. Ihre Loyalität sollen die Fremdlinge einmal pro Jahr bestätigen. Außerdem forderte er eine Trennung von Juden und Nichtjuden im öffentlichen Leben: Nichtjuden sollen auf von Juden getrennten Schulen unterrichtet werden, getrennte Freizeiteinrichtungen besuchen und sich nicht in Jerusalem niederlassen dürfen. Auch forderte Kahane eine 5-jährige Haftstrafe für den sexuellen Kontakt zwischen Juden und Nichtjuden. Der weitaus größte Teil an Nichtjuden wird in Israel derzeit von den palästinensischen Arabern gestellt. Laut Kahane befinden sich die Juden heute wieder in derselben Situation, wie einst 1230 v. Chr. zur Zeit der Landnahme Kanaans. Josua, der Nachfolger von Moses und Anführer der Israeliten, ließ den Kanaanitern damals im Vorfeld der Landnahme drei Briefe zukommen, in denen er ihnen drei mögliche Optionen anbot: Sie verlassen das Land freiwillig, sie erkennen den Fremdlings-Status an, oder sie kämpfen um das Land und tragen dafür die Konsequenzen. Nach Kahane sollte man auf dieselbe Weise heute mit den Arabern verfahren.

 

 

Verhältnis zur Gewalt

 

Der Kahanismus rechtfertigt die Anwendung von Gewalt als politisches Kampfmittel. Kahane war selbst mehrere Male handgreiflich gegenüber politischen Gegnern geworden. 1974 trat er erstmals mit dem Konzept von Terror Neged Terror (hebräisch: „Terror gegen Terror“) hervor. Ziel dieses Konzepts war es, arabischen Terrorismus mit jüdischem Terrorismus zu bekämpfen. Kahane schlug der israelischen Regierung jener Zeit vor, mit einer auf diesem Konzept basierenden Organisation auf derselben Weise zu verfahren, wie dies die arabischen Staaten mit den arabischen Terrororganisationen tun: Die israelische Regierung soll jede Verbindung zu TNT leugnen, dabei allerdings die Ausbildung der Mitglieder auf ihrem Staatsboden zulassen. Die israelische Regierung zeigte sich für diese Idee jedoch nicht empfänglich.

 

Kahanistische Aktivisten haben in der Vergangenheit verschiedene anti-arabischen Gewalttaten verübt, wovon das Massaker von Hebron durch Baruch Goldstein 1994 und die Schießerei von Schefar'am durch Eden Natan-Zada 2005 die Bekanntesten sind. Goldstein wird heute aufgrund seiner Tat von den Kahanisten als „Gerechter“ (hebräisch: „Zaddik“) verehrt.

 

 

Steven Weigang

 

Steven Weigang (* 5. April 1991 in Ahlen, NRW), auch bekannt unter seinen Pseudonymen David Cohen, German Kahanist oder seinem hebräischen Namen David Ben Yisrael (דוד בן ישראל), ist der Gründer und Führer des deutschen Ablegers der Jewish Defense League (JDL), der Jüdischen Verteidigungs-Liga.

 

 

Jewish Task Force

 

Weigang war von August 2008 bis Januar 2010 unter dem Pseudonym German Kahanist aktives Mitglied der Jewish Task Force (JTF). Seine Gründung der JDL Deutschland 2009 missfiel dem JTF-Führer und ehemaligen JDL-Vorsitzenden Victor Vancier aka Chaim Ben Pesach von Anfang an. Dies hat zwei Gründe: Zum Einen unterhält Vancier eine stark deutschfeindliche Haltung; zum Anderen ist er der Ansicht, dass die JDL mittlerweile von ihrem ursprünglichen Kurs abgewichen sei. Die JDL hatte einst unter der Führung von Irv und Shelly Rubin damit begonnen, sich von Vancier zu distanzieren, nachdem er 1987, als JDL-Vorsitzender, für die Durchführung mehrerer Bombenanschläge ins Gefängnis musste. Daher hatte Vancier nach seiner Haftentlassung 1991 die JTF als „einzig wahre, kahanistische Organisation“ gegründet und bezeichnet seitdem die Rubins als „Verräter“. Weigangs guter Kontakt zu den Rubins war Vancier dabei ein Dorn im Auge. Im Januar 2010 wurde Weigang von der JTF ausgeschlossen, weil er sich heimlich über Vanciers exzentrische Lebensführung und sein Einreiseverbot nach Israel lustig gemacht hat. Weigang hatte dies in einer privaten Nachricht im JTF-Forum getan. Da Vancier als Forums-Führer jedoch Einblick in jede private Nachricht hat, konnte er es herausfinden. Als Weigang schließlich noch behauptete, dass Vancier von Gott aus Israel verbannt worden sei, hat er sich die JTF endgültig zum Feind gemacht. Laut Vancier wurde Weigang bei diesem Schriftverkehr von einem anderen JTFer, Peter aka ProudAndZionist aus Ungarn, verraten. Peter wurde kurze Zeit später selbst von der JTF ausgeschlossen und ist mittlerweile Mitglied von Weigangs JDL. Weigangs Entschuldigungen wurden von Vancier bislang abgelehnt. Seitdem finden regelmäßig Sticheleien gegen Weigang und die Jüdische Verteidigungsliga im JTF-Forum statt. Im Juli 2010 hoffte die JTF beispielsweise, dass er beim Love-Parade-Unglück ums Leben gekommen ist. Desweiteren werden verächtlich machende Videos über ihn von JTF-Mitgliedern auf YouTube erstellt.

 

 

Jüdische Verteidigungsliga

 

 Als Gründer und Führer der JDL Deutschland ist Weigang für ihre ideologische und strategische Ausrichtung, organisatorische Entwicklung, Aktivitäts-Koordinierung, Unternehmensführung und rechtliche Angelegenheiten verantwortlich. Desweiteren ist er für Internet- und Technologie-Design, Produktion und Verwaltung der Organisation zuständig.

 

 

YouTube

 

Von Dezember 2007 bis Juli 2009 war Weigang in YouTube unter dem Namen GeorgeBushTheHero aktiv. Dieser Account wurde jedoch wegen „wiederholter oder schwerwiegender Verstöße“ gegen die „Community-Richtlinien und/oder Urheberrechtsbeschwerden“ gesperrt. Danach hat er sich den neuen Account StevenWeigangJDL zugelegt. Seit dem 1. Januar 2011 betreibt er auch den Account OfficialJDLGermany

 

 

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